Corona-Ferien… mein Leben als Abiturjahrgangsschüler

“Das war vielleicht das letzte Mal, dass wir durch diese Türen gehen.“ Das sagte Vanessa, als wir am Freitag das Schulgebäude verlassen haben. Da war es noch ein Scherz gewesen. Dachte ich. Schon den ganzen Tag über verbreiteten sich viele Gerüchte, dass die Schulen ab nächster Woche Mittwoch schließen würden. Wirklich geglaubt habe ich es zu dem Zeitpunkt aber nicht. Auch in den folgenden Stunden drehte sich Zuhause, in diversen WhatsApp-Gruppen und den Nachrichten alles über Corona und mögliche Schulschließungen. Dies wurde schnell sehr unübersichtlich und gefühlt sagte jeder etwas anderes. Im Laufe des Nachmittags kam dann jedoch die Gewissheit: Das Land NRW beschließt (nach ein paar anderen Bundesländern), dass ab Montag, 16.3., alle Schulen bis zu den Osterferien geschlossen bleiben.

Für die meisten Schüler heißt das, dass sie die Zeit bis zu den Ferien zuhause verbringen und Aufgaben bearbeiten, die ihnen von den Lehrern per Mail geschickt werden. Für mich und meine Stufe hatte es aber noch mehr Folgen. Der Unterricht in der Q2 geht nur bis zu den Osterferien. Wir hatten gerade unseren letzten Schultag gehabt, ohne davon zu wissen. Dass die Mottowoche ausfällt, ist hier unser kleinstes Problem. Viele hatten noch nicht mal ihre Vorabiklausuren zurückbekommen und die Noten müssen wir auch noch mitgeteilt bekommen. Die komplette Planung sieht jetzt etwas anders aus. Die Klausuren kommen per Post, die Noten per Telefon und die Unterrichtsinhalte samt Aufgaben per Mail. Wie sehr diese Schließung unser Abitur beeinflussen kann, merkten vor allem die Schüler des Sport LKs. Am Freitag der folgenden Woche sollte nämlich die Abiturabnahme des fünf Kilometer Laufs stattfinden. Natürlich musste der verschoben werden und so wurde tatsächlich unsere erste Abiturprüfung verlegt.

Etwas Gutes hat die ganze Situation allerdings: Zuhause lässt es sich deutlich ungestörter arbeiten als in einer vollen Klasse. Kein störendes Gerede, ein optimales, individuelles Arbeitstempo und der Fokus auf die wirklich wichtigen Abiturfächer steigern das Lerntempo deutlich. Auch der Unterricht über Mail funktioniert besser als ich es erwartet hätte und könnte eventuell ein kleiner Einblick in die Zukunft sein, wo digitales Arbeiten auch für Schulen eine interessante Option darstellt.

Anfangs waren die Ablenkungen sehr groß und verlockend, dies änderte sich jedoch relativ schnell. Dabei hilft vor allem ein Arbeitsplan und eine einigermaßen festgelegte Routine, die es einerseits erlaubt, genügend Pausen an den benötigten Zeiten zu setzen, andererseits jedoch einen geregelten Tagesablauf und das konzentrierte Arbeiten ausreichend zu gewährleisten.

Bei uns in Deutschland ist die Corona Thematik in vollem Gange, während sie in der Ursprungsregion in China allmählich zurückgeht. Dennoch bleibt die Ungewissheit, wie es jetzt genau weitergeht, ob die Schulschließungen nach den Ferien verlängert werden, oder sogar weitere Abiturprüfungen verschoben werden müssen. Trotz dieser Umstände sollte man eines stets im Hinterkopf haben: Deutschland ist eines der reichsten und am besten entwickelten Länder der Welt, wir sind bestens aufgestellt, um eine Pandemie zu überstehen und es gibt keinen Grund zur Panik!

Schüler Q2

 

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