Inklusionstag am Gymnasium Herkenrath

„Inklusion“- Dieses Wort taucht seit einigen Jahren regelmäßig in den Medien auf, häufig ist dabei von Inklusion als einer zentralen Herausforderungen an das bestehende Schulsystem die Rede. Obwohl fast jeder schon einmal von Inklusion gehört hat, haben die meisten nur sehr diffuse Vorstellungen davon, was Inklusion eigentlich bedeutet.

Inklusion, das ist die selbstbestimmte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, welche 2008 von der UN zum Menschenrecht für Menschen mit Behinderung erklärt wurde. Im Schulalltag bedeutet dies: Auch Kinder mit Beeinträchtigung sollen Regelschulen besuchen dürfen. Inklusion betrifft aber auch „gesunde“, “normale“ Kinder, da eine Anpassung des Schullebens auf individuelle Bedürfnisse als übergeordnetes Ziel gilt.

An unserer Schule beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren die AG Inklusion, welche sich aus Lehrern, Eltern und Schülern zusammensetzt, mit den Chancen und Schwierigkeiten von Inklusion im Schulalltag und damit, wie sich Inklusion unter den vorliegenden Rahmenbedingungen umsetzen lässt.

Am 29. März veranstaltete die AG einen Projekttag für alle fünften Klassen. Ziel des Projekts war eine erste Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion. Im Laufe des Vormittags durchliefen die Fünftklässler in Kleingruppen vier verschiedene Stationen. Dabei wurden sie einerseits damit konfrontiert, was Behinderung im Alltag eigentlich bedeutet, und bekamen andererseits die Aufgabe, ihr Verhalten gegenüber Behinderten zu reflektieren, und Vorschläge und Wünsche für Veränderungen im Schulalltag zu äußern.

Zunächst wurde ihnen ein Tagesablauf eines Kleinwüchsigen und die Schwierigkeiten, mit denen dieser bei alltäglichen Dingen wie dem Händewaschen konfrontiert wird, vorgestellt.

Anschließend wurden die Schüler über zentrale Begriffe bezüglich Inklusion aufgeklärt und sollten über ihr eigenes Verhalten gegenüber Behinderten nachdenken. Ein Schüler unserer Schule, welcher an einer Gehbehinderung leidet, berichtete ihnen von seinen Erlebnissen im Schulalltag und stand für Rückfragen bereit.

Daraufhin erhielten die Schüler die Möglichkeit, in verschiedenen Simulationsparcours zu erfahren, welche Schwierigkeiten sich durch bestimmte Behinderungen bei der Bewältigung des Schulalltags ergeben. Beim Rollstuhlfahren wurden sie auf die Problematik der zahlreichen Treppen im und um das Schulgebäude aufmerksam. Die Möglichkeit, sich einmal von Schulleiter Dieter Müller über den Pausenhof schieben zu lassen, rief dabei große Begeisterung hervor. Die Orientierung im Blindenparcours stellte für viele eine große Herausforderung dar, und in einem ADS-Simulationsraum, in welchem die Schüler vielen verschiedenen starken Reizen ausgesetzt wurden, erfuhren sie, wie schwierig es sein kann, sich zu konzentrieren.

An der letzten Station erhielten die Schüler die Aufgabe, zu überlegen, was ihrer Meinung nach eine ideale Schule ausmacht, und konkrete Verbesserungsvorschläge sowie Vorschläge für Veränderungen im eigenen Verhalten zu formulieren. Abschließend fand noch eine Gesprächsrunde statt, in der die Eindrücke des Tages verarbeitet wurden. Die AG erhielt von den Schülern, welche sich beeindruckt und nachdenklich zeigten, sehr positives Feedback.

An dieser Stelle auch noch einmal ein großes Lob an alle fünften Klassen für die Aufgeschlossenheit und das Interesse am Projekt, für das gute Benehmen und für viele konstruktive  Vorschläge und interessante Beobachtungen!

Emma Brink, Q2

Die besten Eindrücke liefert euch unser Doku-Video:

 

Wir waren auch im Bergischen Handelsblatt, am 21. April 2017: Hier geht’s zum Artikel

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