Corona-Ferien… mein Leben als Oberstufenschülerin

Juhu endlich Ferien… mit diesen Gedanken verlassen die meisten Schüler vor den Ferien die Schule. Doch dieses Mal war es anders, denn eigentlich stand einfach nur ein ganz normales Wochenende bevor und auch die Phase der Klausuren hatte gerade erst begonnen. Wieso also groß von den Freunden verabschieden, wenn man sich nach dem Wochenende schon wiedersieht. Am Nachmittag, der sonst in WhatsApp Chats sehr ruhig verläuft, kursierten plötzlich hunderte Schlagzeilen „Corona Frei“, „Schulschließung wegen Corona“ usw. von nicht wirklich vertrauenswürdigen Quellen ;).

Doch spätestens am Nachmittag war klar, die Corona Ferien haben begonnen. Mit ganz gemischten Gefühlen startete ich also ins Wochenende, an dem ich eigentlich für mehrere Klausuren hätte lernen müssen, um in der darauffolgenden Woche neben den ganzen Langtagen meinen Überblick über Hausaufgaben, Vorträge etc. nicht zu verlieren. Doch dem war nicht so… ein Wochenende nur Freizeit… ein ganz seltenes Szenario, wenn man so will. Kein Wecker klingelte, der einen störte…, keinen Stress um noch irgendwie pünktlich in die Schule zu kommen, ein wirklich anderer Start in die Woche.

Corona Ferien sind hier ja auch wirklich als sehr subjektiv zu bewerten, denn nach sehr kurzer Zeit trudelten die ersten Aufgaben per Mail ein, die die doch so schöne Idylle und Atmosphäre in Sekunden zerstörten. Aber schließlich ist noch reguläre Schulzeit. Es ist ganz ungewöhnlich sich zu Hause morgens früh hinzusetzen und ohne Aufforderungen Aufgaben zu erledigen, eigentlich nichts für mich, da ich es nicht mal schaffe Aufgaben in meinen Freistunden zu Hause zu erledigen, ohne wieder eine viel interessantere Ablenkung zu finden, die doch eigentlich viel spannender ist als Schulaufgaben. Aber da musste ich jetzt durch. Die Selbstmotivation war somit in den ersten Tagen nicht besonders groß, wodurch Aufgaben einfach auf den nächsten Tag verschoben wurden und sich somit nach drei Tagen eine größere Ansammlung gebildet hatte.

Doch das Erstellen eines Arbeitsplanes, ein Plan der Abgabetermine und eine Übersicht über die Aufgaben, erleichterten mir einen schnellen Überblick und führten somit aus diesem kleinen Chaos heraus. Auch, wenn die Motivation am Anfang nicht so groß war, so versuchten manche Lehrer mit Anmerkungen in ihren Mails, die nur so vor Euphorie strotzen, die Motivation zu erhöhen, was jedoch nicht unbedingt der Fall war… Aber man muss schon sagen, diese „Ferien“ haben viele gute Seiten; man lernt sich selbst ordentlich zu strukturieren und auch zu motivieren (zumindest in Teilen), was gerade für uns Oberstufenschüler für die Zukunft wichtig ist und auch der Umgang mit Dateien, sowie generell das „auf sich alleine gestellt sein“ erlernt man dadurch in kurzer Zeit.

Das zwischenzeitliche Quatschen mit dem Nachbarn und sonstige „störende Faktoren“ bleiben zu Hause aus, wodurch die Arbeitsgeschwindigkeit deutlich ansteigt und die Anzahl der Aufgaben, die man in einer bestimmten Zeit schafft, deutlich höher sind als in der Schule. Dadurch hat man viel mehr Freizeit und kann sich den Tag, die Fächer und Aufgaben somit selber aussuchen und je nach Motivation eine gewollte Pause einlegen, wodurch beispielsweise die Mittagspause, die sich in der Schule ewig streckt, ausgelassen wird, weshalb man letztlich viel mehr vom Tag und momentan ja auch vom Sonnenschein hat ;).

Auch, wenn die Motivation am Anfang nicht so groß war, so lernt man jedoch über die Tage, sich und seine Handlungen besser zu planen und zu strukturieren, was ja letztlich auch eine Übung für uns alle ist. Gerade das digitale Arbeiten ist zwar neu, doch ermöglicht es uns sehr viele Handlungsweisen, die man so im Unterricht nicht hat. Vielleicht ist diese Zeit ja auch ein kleiner Anstoß für das zukünftige digitale Arbeiten in der Schule… es wäre nicht schlecht und funktioniert ja momentan schon wirklich sehr gut!

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