Ski. Eat. Sleep. Repeat! – Natzfahrt 2020

Beim Sport stößt man, wie bei fast allen Themen, auf unterschiedliche Meinungen, genauso wie beim Skifahren. Ab Anfang des Schuljahres war die Skifreizeit bei den meisten Schülern und Schülerinnen Gesprächsthema Nummer 1. Die erfahrenen Skifahrer freuten sich natürlich aufs Skifahren, aber die, die noch nie auf Skiern standen, hatten wahrscheinlich keine Ahnung, was sie auf der Skifreizeit vom 08.02 bis zum 14.02, oder auch bis zum 15.02, erwarten würde.

Mit rund 160 Schülern & Schülerinnen und einem guten Dutzend von Lehrern & Lehrerinnen, startete am 08.02 um ca. 7 Uhr die Reise an das Ziel der Skifreizeit 2020. Bewaffnet mit großer Vorfreude, dem Natz-Pulli, der für die Skifreizeit organisiert wurde, aber auch ein bisschen Müdigkeit, konnte unsere Stufe die lange Busfahrt von ca. 14 Stunden antreten. Um die lange Busfahrt angenehm zu gestalten wurde die ein oder andere Runde Uno gespielt, der ein oder andere Film geschaut und natürlich über die unterschiedlichsten Themen geredet.

Nach ca. 570 km und sehr vielen Pausen sind die beiden Reisebusse an unserem Ziel, dem Fürstenhof in Natz in Südtirol, angekommen. Unsere Stufe wurde mit einem warmen Abendessen empfangen und anschließend wurde das Gepäck aus den Bussen ausgeladen. Aus ca. 160 Koffern seinen Koffer heraussuchen ist für einige Leute eine sehr große Herausforderung gewesen. Dass diese nicht die einzige in den nächsten fünf Tagen sein würde, wussten die meisten bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Mit dem Gepäck wurden die Zimmer bezogen und es kehrte langsam Ruhe im Fürstenhof ein.

Der erste Ski Tag startete um 7.15 mit einem ausgewogenen Frühstück und um 8 Uhr hieß es Abfahrt, denn wir wurden mit den Ski-Bussen ins Skigebiet gefahren. Angekommen hieß es für die meisten erstmal warten, weil wenn fast eine gesamte Stufe Skisachen ausleihen möchte, braucht das natürlich seine Zeit. Während manche noch auf ihre Skisachen warteten, war die Profigruppe schon längst auf den Pisten unterwegs und erkundete das Skigebiet. Als dann das Warten auf die Skisachen ein Ende hatte und die Skigruppen sich zusammengefunden hatten, ging es endlich los. Für die Fortgeschrittenen Gruppen ging es auf die blaue Piste zum Einfahren und die Anfänger gingen zu ihrem Gegner dem liebevoll genannten Idiotenhügel oder an ein flaches Stück der blauen Piste. Da die meisten Anfänger noch nie auf Skiern gestanden haben, war die erste Aufgabe für die Anfänger: Ski richtig hinstellen und mit dem Skischuh in die Bindung.

Das dieses Vorhaben nicht bei allen direkt beim ersten Mal funktioniert hat, war natürlich offensichtlich, aber wie heißt es so schön: ,,Aller Anfang ist schwer“. Anschließend stand dann die zweite Aufgabe auf dem Programm: Ski parallel zur Piste, um nicht ungewollt die Piste herunterzufahren. Weil dies auch nicht bei allen auf Anhieb funktioniert hatte, sind vielleicht das ein oder andere Mal ein paar Schüler & Schülerinnen die Piste ungewollt etwas runtergerutscht. Um das zu verhindern wurde schnell die Pizza eingeführt. Die meisten waren etwas verwundert warum von einer Pizza die Rede war, denn es war noch zu früh für eine Mittagspause. Aber nachdem die Bedeutung der Pizza allen klar geworden ist, half sie allen auf der Piste sicher zu bremsen (die Pizza steht nämlich für Skispitzen zusammen und sorgt für ein sanftes Bremsen auf der Piste).

Nachdem die Anfänger ihre ersten sicheren, oder etwas holprigen, Meter auf den Ski absolviert haben, ging es für alle zum Mittagessen auf die Hütte. Dort fanden sich alle Gruppen zusammen: Die Profis, die schon ordentlich Pisten heruntergefahren sind, große Teile des Skigebiets schon erkundet haben und die schwarzen Pisten unsicher gemacht haben. Die Fortgeschrittenen, die sich auf den blauen Pisten eingefahren haben und somit sich wieder an das Gefühl gewöhnten, auf Skiern zu stehen.  Und natürlich auch die Anfänger, die eine Pause von dem ewigen Ski ausziehen, die Piste ein Stück hochlaufen, Ski anschnallen und dann ein Stück mit Hilfe der Pizza die Piste in einem langsamen Tempo runterfahren, dringend nötig hatten. Nachdem etwas chaotischen Mittagessen ging es dann wieder auf die Pisten um weiter Ski zu fahren. Als dann schließlich das Ende des ersten Skitages in Sicht kam, brachten wir unsere Skisachen ins Skidepot und fuhren mit den Bussen zurück in den Fürstenhof.

Am Nachmittag gab es genug Zeit um sich frisch zu machen, etwas im kleinen Dorf herumzulaufen, den Supermarkt zu besuchen, um die Essensvorräte aufzufüllen oder auch einfach Zeit um sich von dem ersten Tag zu erholen, denn für die meisten war es die erste Begegnung mit den Skiern. Der Rest des ersten richtigen Abends wurde dann durch eine kleine Tanzstunde oder eine Partie Tischtennis abgerundet und somit neigte sich der erste (komplette) Tag in Natz dem Ende zu.

An den folgenden Tagen blieb die ,,Morgenroutine“ gleich, aber das Warten auf die Skisachen viel glücklicher Weise weg, denn jeder musste nur seine Sachen von seinem Platz aus dem Skidepot holen. So konnten sich die Gruppen zügig zusammen finden und so loslegen. Im Laufe der Tage verbesserten allesamt ihre Technik auf den Skiern und wurden sicherer. Die Anfänger wurden von Tag zu Tag vertrauter mit den Brettern unter ihren Füßen und durften immer mehr Pisten herunterfahren. So entdeckte der ein oder andere auch die Faszination daran, sich auf zwei Bretter zu stellen und einfach nur Pisten herunterzufahren und das immer und immer wieder.

Nach ein paar Tagen auf Skiern wurden die Anfänger mit dem Gegenstück zur Pizza, nämlich der Pommes konfrontiert, dabei galt es die Ski parallel zum Hang zu stellen. Die Pommes waren nicht nur dafür zu gebrauchen, dass man die Piste nicht ungewollt herunter rutscht, wenn man auf den Lehrer warten musste, sondern man konnte damit auch Bremsen. Elegant sah dies bei den Profis und bei den meisten Fortgeschrittenen aus, aber bei den Anfängern benötigte es noch etwas Übung. Aber wie bekannt ist: ,,Übung macht den Meister!“

Während der nächsten Tage verbesserten auch die Fortgeschrittenen ihre  Technik und übten Synchron zu fahren. Außerdem durften sie auch für eine kurze Zeit den Anfängern helfen, da durch ein paar kleinere Unfälle zwei Gruppen zusammengelegt wurden. Dadurch konnten auch die Fortgeschrittenen zeigen, dass sie in der Lage waren den Anfängern zu helfen und Tipps zu geben. Damit die Profis noch schneller und kontrollierter die Pisten herunter fahren konnten, übte sie das Carven und Kurzschwünge, denn selbst die Profis konnten noch was dazu lernen. Um auch noch andere Pisten zu sehen, außer die im Skigebiet Gitschberg-Jochtal,  fuhren die Profis in ein anderes Skigebiet, um dort die Pisten unsicher zu machen.

Da die Skitage immer gleich blieben bot sich aber am Abend dementsprechend ein anderes Programm. Zwar blieb die Ausruhphase erhalten, denn dem ein oder anderen schmerzten die Füße von den unbequemen Skischuhen oder die Muskeln machten allmählich schlapp, aber an den restlichen Abenden wurden noch zahlreiche Aktivitäten angeboten. Von Tanzstunden bei Herr Bechert, bei denen der Boden des Speisesaals ordentlich zum Glühen gebracht wurde, über Kartenspiele im Speisesaal, bei denen die Lehrer auch ihren Ehrgeiz gezeigt haben um sich nicht von den Schülern abzuziehen, bis hin zum Singen von Kölschen Liedern mit Herr Schilling, im Speisesaal oder am gemütlichen Lagerfeuer, war alles dabei.

Das die Zeit am schnellsten vorbeigeht wenn man Spaß hat merkte auch unsere Stufe, den plötzlich stand der letzte Skitag an. Den Genossen alle nochmals in vollen Zügen, denn Skifahren macht einfach Spaß! Außerdem war die Aussicht aus den Skiliften unbezahlbar und alle waren wehmütig, als die letzte Abfahrt hinter uns lag und die Skisachen zurück gegeben wurden. Fest stand, dass Skifahren jetzt noch mehr Liebhaber dazu gewonnen hat!

Am letzten Abend wurden nochmal die Gesellschaftsspiele ausgepackt und der Ehrgeiz wurde bei den Lehrern, sowie auch bei den Schülern geweckt. Am letzten Tag wurden die Zimmer verlassen und die lange Busfahrt konnte nach dem letzten Frühstück beginnen. Auf der Rückfahrt wurde wieder über alles Mögliche geredet und natürlich wurde das Datenvolumen bis aufs letzte bisschen aufgebraucht. Einer der beiden Reisebusse kam ca. gegen 23.30 am Gymnasium Herkenrath an, aber der andere Bus steckte bis zu diesem Zeitpunkt auf einer Raststätte im Nirgendwo aufgrund technischer Probleme fest. Für diesen Bus ging die Reise am 15.02.2020 um ca. 6 Uhr morgens, nach ungefähr 22 Stunden, zuende.

Insgesamt war es eine sehr schöne Stufenfahrt, bei der wir alle unsere Erfahrungen gemacht, uns untereinander besser kennengelernten und natürlich die Pisten unsicher gemacht haben. Vielleicht wurde der ein oder andere auch mit dem Skifieber infiziert. Wer weiß?

Vielen Dank an dieser Stelle an die Lehrer, die diese Stufenfahrt organisiert haben, die uns auf den Pisten, sowie auch ins Krankenhaus, begleitet haben und uns den Sport Skifahren näher gebracht haben und generell für diese tolle Möglichkeit. Vielen Dank!

Carina (EF)

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