Flüchtlingspolitik in Deutschland

Ein Kommentar von einer Schülerin aus der EPH: Momentane Flüchtlingsproblematik in Deutschland

Erstmal, ich bin dafür Flüchtlinge aufzunehmen und Deutschland ist auch irgendwo dazu verpflichtet das zu tun. Mal abgesehen von der menschlichen Seite, dass kein Mensch gezwungen werden sollte in Angst oder irgendeinem Kriegsgebiet zu leben, ist Deutschland teilweise auch mit verantwortlich dafür, dass das Leid gerade in den arabischen Ländern überhaupt so groß ist wie es momentan der Fall ist, sei es durch Waffenexporte oder das Schweigen, wenn die USA mal wieder versucht Demokratie in diese Länder zu bringen. Allerdings finde ich die momentane Situation äußerst kritisch und auch, dass einige Leute in dieser Sache ziemlich übertreiben. In München und Dortmund haben Menschen bei der Ankunft der Flüchtlinge geklatscht oder sogar fast gefeiert. Es ist doch kein Grund zu feiern, wenn die Leute aus ihrem Land fliehen mussten!

Für unsere Asylpolitik hagelt es im moment auch von überall Kritik, der britische Politologe Anthony Glees kritisierte Deutschland für die massenhafte Aufnahme von Flüchtlingen und sagte: „Deutschland gibt sich wie ein gefühlsgeleiteter Hippie-Staat.“ -Und ich finde, das trifft es auch ganz gut.Klar ich finde es echt super, dass es mega viele Leute hier in Deutschland gibt die als Freiwillige bei der Erstversorgung helfen oder etwas Spenden. Das ist ja an sich ganz klasse aber trotzdem denke ich, dass viele es momentan mit ihrem ‚gut-Menschen-sein‘ ein bisschen sehr übertreiben. Denn wir sind leider nicht in der Lage unendlich viele Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Ich würde sogar fast soweit gehen zu sagen, dass wir gerade relativ nah an einer Überfüllung unserer Möglichkeiten sind. Wenn Turnhallen und andere Gebäude umgebaut werden müssen, um Flüchtlinge überhaupt noch unter zu bekommen sollten wir uns eventuell mal Gedanken machen, ob man sich nicht erstmal um die sich schon hier befindenden Menschen kümmern sollte, bevor man tausend Neue aufnimmt.

Meiner Meinung nach kann man die Situation zur Zeit echt gut mit einem Rettungsboot auf einem sinkenden Schiff vergleichen. Irgendwann ist das Boot einfach voll und dann passt auch einfach keiner mehr rein. Genau darauf sollten wir achten und das tun wir nun mal gerade nicht.

Ich finde es recht komisch, dass jetzt auf ein mal alle möglichen Schauspieler und Prominente sich da für einsetzen und Videos im Internet zu posten, um sich gegen Fremdenhass zu stellen. Klar, die Einstellung ist ja an sich toll aber schon komisch, dass so etwas erst jetzt kommt. Fremdenhass gibt es schon lange aber früher hätte es dafür ja nicht so viel Aufmerksamkeit gegeben. Schon peinlich wenn man so versucht als Z-Promi wieder ins Gespräch zu kommen.

Deswegen denke ich auch, dass viele Firmen, die sich jetzt für Flüchtlinge einsetzen, das nicht tun weil sie unbedingt helfen wollen sondern weil sie so perfekt ihren Ruf verbessern können. Klar, wenn zum Beispiel ein großer Verein wie Bayern München eine Millionen an die Flüchtlingshilfe spendet, hört sich das ja erstmal super an. Aber man muss erstmal darüber nachdenken, wie viel der Verein im Jahr einnimmt oder für Transfers wieder ausgibt. Dann sind eine Millionen doch schon ziemlich wenig, aber für einen normalen Bürger ist diese Summe doch äußerst hoch. Und so verbessert man seinen Ruf bei Vollidioten.

Ich habe zwar gesagt, dass ich dafür bin Flüchtlinge aufzunehmen, sage aber auch, dass wir wirklich nur Kriegsflüchtlinge aufnehmen sollten. Es gibt auch einen beachtlichen Teil an Wirtschaftsflüchtlingen, welche hierher kommen, weil sie in ihrem Land nicht genug Geld haben (Ganz einfach ausgedrückt). Für mich ist das kein Grund, sein Land zu verlassen. Vor allem bei der momentanen Situation finde ich es wichtiger, die Leute zu beschützen die unseren Schutz auch wirklich brauchen. Und das sind nun mal momentan die Leute aus Syrien und den anderen Ländern, in denen zurzeit Krieg herrscht.

Deutschland ist zurzeit eines der reichsten Länder überhaupt und hat meiner Meinung nach eine moralische Verpflichtung Flüchtlinge aufzunehmen. Einige sind sogar gut ausgebildet und ‚lohnen‘ sich wirtschaftlich sogar noch für Deutschland. Außerdem könnte es eine Bereicherung sein, wenn Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammen kommen.

Natürlich löst unsere Aufnahme der Flüchtlinge leider nicht die eigentlichen Probleme in den Herkunftsländern trägt aber dazu bei, die Würde des Menschen zu erhalten und unantastbar zu lassen, so wie es auch im Deutschen Grundgesetz unter Artikel 1 steht!

Kim Klein, EPH

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