Die JuniorAkademie 2016 – Mein Erfahrungsbericht

Von toten Ratten und Wasserleichen

In diesem Jahr durfte ich vom 03.08.2016 bis zum 13.08.2016 an der alljährlichen „Deutschen JuniorAkademie NRW“ in Königswinter teilnehmen.

Für dieses „Hochbegabtencamp“ dürfen alle Gymnasien und Gesamtschulen in NRW nur EINEN Schüler oder eine Schülerin aus den Klassen acht oder neun vorschlagen. Bei der Teilnehmerauswahl werden neben den schulischen Leistungen auch außerschulische Aktivitäten und Engagement mit einbezogen. Vorstellen kann man sich die JuniorAkademie wie ein Sommercamp, in dem man gleichzeitig gefordert wird und dabei sehr viel Spaß haben kann.

Der Auftakt einer jeden Akademie ist die Eröffnungsfeier. Der Landesbeauftragte der JuniorAkademien, Michael Funke, hielt zum Einstieg eine Rede, in der er uns u.a. unseren typischen Tagesablauf vorstellte. Dazu gehörten der freiwillige Frühsport, zwei Kursblöcke, der Akademiechor, Sportprogramm und jeden Abend zwei KüA-Schienen, was für „Kurs übergreifendes Angebot“ steht. So konnten wir selbstständig Kurse anbieten und jeden Abend zwischen fünf bis sechs Angeboten wählen: Volleyball, Wikingerschach, Werwolf, Fußball, T-Shirt Design, Fotografie mit selbst gebauten Kameras, Poker, Sprachkurs, Gesellschaftsspielen, Tischtennis, Diashows u.v.m..

Auch durfte man den Kurs wählen, in dem man über die zehn Tage hinweg Stoff durchnimmt, der nicht Teil des regulären Lehrplans ist. In Königswinter standen in diesem Jahr Astrophysik, molekulare Biomedizin und Forensik zur Auswahl. Ich habe mich für den Kurs Forensik entschieden und es hat sehr viel Spaß gemacht sich mit der Kriminalbiologie zu beschäftigen.

Zum Einstieg haben wir vorbereitete Kurzvorträge zu vielen verschiedenen Themenbereichen der Forensik präsentiert. Innerhalb der zehn Tage haben wir außerdem unsere eigene DNA isoliert und die in Gruppen vorbereiteten Mordfälle gelöst. Dabei haben wir Techniken des Blutnachweises, Tintenanalyse, Spurenanalyse, Reifen- und Abdruckanalyse oder der Fingerabdruckuntersuchung kennen gelernt. Über die zehn Tage haben wir zusätzlich eine Body-Farm nachgestellt, die sich auch Mark Benecke, ein bedeutender Forensiker, mit uns angesehen hat, als er zu Besuch war. Hierfür haben wir tote Ratten an verschiedenen Orten verwesen lassen.

So hatten wir zu Beispiel eine Brand- und eine Wasserleiche, eine vergrabene und eine am Baum hängende Ratte, eine Leiche im Gras und eine unter Luftabschluss. Obwohl es nach einer gewissen Zeit wirklich unappetitlich war und entsetzlich gestunken hat, war es interessant die Fäulnis und die Verwesung zu beobachten und die Leichentypen zu vergleichen.

Präsentiert haben wir unsere Arbeitsergebnisse bei der Abschlussfeier. Bei diesem Anlass hat auch unser Akademiechor gesungen und alle Teilnehmer haben ihre Zertifikate erhalten. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass wir uns alle durch den „Club der Ehemaligen“, dem wir nun angehören, wiedersehen können, fiel es uns nicht mehr ganz so schwer auf Wiedersehen zu sagen. Innerhalb der zehn Tage sind wir als Gruppe unglaublich gut zusammen gewachsen und darum wurde hier und da doch die ein oder andere Träne vergossen.

Die JuniorAkademie war eine unglaublich schöne Erfahrung. Es war zwar anstrengend, doch es hat wirklich Spaß gemacht zusammen zu lernen und Erinnerungen wie einen Ausflug auf den Drachenfels, das Lagerfeuer, die Akademiedisco u.v.m. zu teilen.

Sarah F. (Einführungsphase)

 

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