Hilfe für Tim – DKMS

Anfang Mai erhielt der 24-jährige Tim die Diagnose Leukämie. Bis dahin hat er aktiv Fußball im Sport-Club Vilkerath gespielt. Ein Freund von ihm, Niko Stötzel, der auch Fußball spielte, hat einen Facebookbeitrag gepostet und erkannt, dass so viele Menschen erreicht werden können. Daraufhin setzte er sich mit der DKMS in Verbindung und organisierte mit deren Hilfe innerhalb von zwei Wochen eine Registrierungsaktion mit 70 freiwilligen Helfern.

Zu dieser Aktion wurde ein Interview mit einer Teilnehmerin geführt.

Schülerzeitung: Wo fand die Aktion statt?

Teilnehmerin: Im Vereinsheim und auf dem Sportplatz in Vilkerath.

Schülerzeitung: Wie ist die Aktion abgelaufen?

Teilnehmerin: Als ich ins Vereinsheim gekommen bin, standen links und rechts lange Tische und dahinter waren dann Personen, die mich zuerst gefragt haben, ob ich irgendwelche Krankheiten habe, ob ich irgendwelche Medikamente nehme und wie alt ich bin. Dann wurde ich angewiesen, wie ich das mit den Stäbchen machen muss: Das erste Stäbchen muss eine Minute lang in die rechte Wange, das zweite Stäbchen eine Minute lang in die linke Wange und das dritte Stäbchen eine Minute lang im Mund herumstreichen. Danach das Ganze zwei Minuten einwirken lassen. Dann werden die Stäbchen verpackt und ich musste noch einen Fragebogen mit meinen Personalien und zum Beispiel meiner Größe und meinem Gewicht ausfüllen.

Schülerzeitung: Waren das Personen von der DKMS?

Teilnehmerin: Das habe ich auch gefragt, und nein, das sind alles Leute des Fußballvereins gewesen, die eine Einweisung der DKMS bekommen haben. Dort waren etwa drei Angestellte der DKMS, die alles überwacht haben und für Fragen bereitstanden, wenn sich die anderen unsicher waren, ob zum Beispiel eine bestimmte Krankheit ein Ausschlusskriterium ist.

Schülerzeitung: Hat man sich testen lassen und ist dann wieder gefahren oder wie ist das abgelaufen?

Teilnehmerin: Da wurde ein richtiges Fest draus gemacht. Da gab es so Stände mit Kaffee, Kuchen, Bier und Döner. Die Lebensmittel haben eben nichts gekostet, hatten also keinen festen Preis und man konnte spenden. Die Spenden gehen dann an die DKMS und damit werden die Kosten der Typisierung gedeckt. Das war also ein kleines Fest, allerdings war Tim leider gar nicht dabei, weil er kurz vorher wieder ins Krankenhaus musste.

Schülerzeitung: Wie war die Stimmung? Fröhlich oder eher gedrückt?

Teilnehmerin: Das war irgendwie einfach nett. Das war nicht so, dass alle traurig waren. Es gab auch Musik und Durchsagen vom Vorsitzenden des Fußballvereins. Es war wie ein Fest, aber dass der Anlass nicht witzig war, sondern sehr ernst. Das hatte man schon im Hinterkopf, aber es war trotzdem nicht traurig.

Schülerzeitung: Wie viele Menschen haben sich testen lassen?

Teilnehmerin: Das waren ungefähr 740 Menschen und es sind Spenden von 15.000 Euro eingenommen worden.

Schülerzeitung: Wie wurde auf die Aktion aufmerksam gemacht?

Teilnehmerin: Ich habe das in der Zeitung gelesen und da stand dann auch der Ort und die Zeit.

Das Schicksal von Tim ist kein Einzelfall: Im Schnitt erhält alle 15 Minuten ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. Da nur rund ein Drittel der Blutkrebspatienten innerhalb der Familie einen passenden Spender finden, gibt es Organisationen, wie die DKMS (Deutsche Knochenmarksspenderdatei). Trotz der erfolgreichen Arbeit der DKMS findet sich bei jedem zehnten Blutkrebspatienten in Deutschland kein passender Spender, obwohl es viele potenzielle Spender gäbe. Grundsätzlich kann jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren, der mindestens 50 kg wiegt, Stammzellenspender werden. Die Registrierung geht wie im Interview beschrieben schnell und einfach. Die Daten werden gespeichert und mit denen der Patienten abgeglichen. Wenn man als Spender für einen Patienten in Frage kommt, werden weitere Voruntersuchungen gemacht. Für die Spende werden Stammzellen über das Blut entnommen. Das dauert bis zu vier Stunden. In seltenen Fällen müssen die Stammzellen dem Blut aus dem Beckenkamm entnommen werden. Dies dauert nur eine Stunde, ist aber mit einer Operation unter Vollnarkose verbunden. Um die entstehenden Kosten und die Regelung mit dem Arbeitgeber kümmert sich die DKMS.

Ein Set mit Wattestäbchen kann man sich von der DKMS zusenden lassen. Mit einer Stammzellenspende kann man ohne enormen Aufwand Leben, wie das von Tim retten. Hier der Link: https://www.dkms.de/de

Lea Scholz (9a)

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