Alexandra Flaig – Die neue stellvertretende Schulleiterin

Nachdem uns Reinhard Schulte – der ehemalige stellvertretende Schulleiter – verlassen hat, wurde diese Stelle nun wieder neu belegt und zwar direkt aus dem Lehrerkollegium unserer Schule.

Diese Aufgabe hat seit April Alexandra Flaig übernommen, die 2002 anfing, an unserer Schule zu arbeiten. Doch wer ist nun genau unsere neue stellvertretende Schulleiterin? Wo kommt sie her und wie kam sie nach Herkenrath?
Vor 47 Jahren wurde sie in der Gemeinde Gifhorn in Niedersachsen geboren, doch während ihrer Grundschulzeit lebte sie in Großbritannien, um genau zu sein in Manchester. Später, dann wieder in Deutschland, machte sie ihr Abitur in Warstein im Sauerland und studierte dann in Gießen und Frankfurt am Main auf Lehramt in den Fächern Englisch, Sozialwissenschaften und Philosophie. Ihr Referendariat verbrachte sie in Friedberg am Burggymnasium, kam aber 1999 zurück nach Gießen für ihre erste Festanstellung an der Landgraf Ludwig Schule. 2002 kam Alexandra Flaig dann nach Köln.
Heute würde sie sagen, sie käme aus Köln. Sie fühlt sich aber auch andernorts heimisch, beispielsweise in Niedersachsen oder Mittelhessen. Ein großer Anteil ihrer Familie lebt außerdem in München. Manchester hat außerdem auch heute noch eine große Anziehungskraft auf sie; sie liebt es, wenn sie Menschen begegnet, die den „Manchesterslang“ beherrschen und erinnert sich dann an ihre Kindheit zurück, als niemand ihr Englisch von den der dortigen Kindern unterscheiden konnte.
2010/11 arbeitete sie, während ihres Sabbatjahres, drei Monate in einem Schulprojekt in Katutura, dem Township von Windhoek in Namibia. Zusätzlich ist sie nun seit vier Jahren eine ehrenamtliche Betreuerin in der JVA Ossendorf. Dort begegnet sie häufig Jugendlichen, denen ein Besuch am Gymnasium kaum möglich gewesen wäre – und das nicht aus intellektuellen Gründen.
Als Alexandra Flaig 2002 nach Köln kam, hatte sie aus privaten Gründen eine Versetzung nach Nordrhein-Westfalen beantragt, mit dem Wunsch, eine Stelle in Bergisch Gladbach zu bekommen. Doch als sie hörte, dass sie am Gymnasium in Herkenrath arbeiten sollte, war sie „ganz und gar nicht begeistert“. Vieles schreckte sie ab; die Schule hatte keinen eigenen Namen, war noch nicht renoviert und das Kollegium war seit etwa 20 Jahren ungefähr gleich geblieben. Die Schule bestand aus viel Beton, war halb in den Berg gebaut und der lange dunkle Gang zum Lehrerzimmer gefiel ihr auch gar nicht. Früher war der Verwaltungstrakt außerdem in einem dunklen Grün und Blau gehalten, während der Boden mit braunem Teppich ausgelegt war. In Erinnerung blieb ihr auch, dass sie eine tote Spinne in einem der Schulräume fand. Ihre anfänglichen Hoffnungen, an eine renovierte, technisch gut ausgestattet Schule mit Kollegen in ihrem Alter zu kommen, wurden mit der Versetzung nach Herkenrath also nicht erfüllt.
Trotz der Beschwerden, die sie bei der Bezirksregierung einlegte, wurde sie eines Tages in das Büro des damaligen Schulleiters Paul Blazeks gerufen, der sie darum bat, ihren „Widerstand endlich aufzugeben, zu unterschreiben und mit der Arbeit zu beginnen“. Der damalige Stellvertreter Peter Buschhüter bot ihr daraufhin sogar an, dass sie einen Englisch-Leistungskurs übernehmen könnte, falls ihr das dabei helfen würde, sich zu motivieren.
Alexandra Flaig hat es nicht bereut, an dieser Schule geblieben zu sein. Sie hat sie kennen und lieben gelernt. Diese Gründe haben sie auch dazu bewegt, sich als stellvertretende Schulleiterin zu bewerben. Außerdem wäre „eine Frau in der Leitung schon lange überfällig“ gewesen!
Das Gymnasium Herkenrath sei eine Schule ohne Namen, aber der Respekt voreinander werde großgeschrieben – es zählt nicht der Schein nach außen, sondern das, was Lehrer und Schüler täglich hier erleben.
Sie sagt von sich selber sie zähle schon zu den etwas älteren und möchte deswegen ab jetzt auch größere Verantwortung für die Entwicklung der Schule übernehmen. Hier wäre zwar noch nicht alles technisch top eingerichtet, aber der Unterricht wäre trotzdem gut. Sie möchte gerne die Zukunft der Schule sichern und versuchen, dass sie sich nicht verschlechtert. Alle sollen morgens gerne nach Herkenrath gehen können und sich nicht nur auf bestimmte Prüfungen vorbereiten, sondern auch gemeinsam Ideen entwickeln und diese leben.
Gerade trotz oder wegen dieser ganzen Ideen und Entwicklungen, sieht sie es als ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass jede Schülerin und jeder Schüler dazu in der Lage sei, hier ihren oder seinen bestmöglichen Abschluss zu erreichen.
Wie genau sich ihr Arbeitsalltag, im Bezug dazu gestaltet, kann sie jedoch noch nicht genau sagen, da auch viele neue Eindrücke auf sie einwirken.
Eins ist Alexandra Flaig aber klar: Besonders wichtig an unserer Schule ist es, dass sich hier jeder mit seinen ganzen Besonderheiten gut aufgehoben und aufgenommen fühlt. Dafür möchte sie stehen.
Zum Abschluss, kann man unserer neuen Stellvertreterin nur noch viel Erfolg und Spaß in ihrem neuen Beruf wünschen! Hoffentlich erfüllen sich alle ihre Erwartungen und Ziele.

Laura Pettrich, Q2

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